
5 Jahre Knast – 5 Jahre Entrechtung, Gewalt und Isolation
Abschiebeknäste abreißen!
Seit August 2021 werden im Abschiebegefängnis Glückstadt Menschen aus Schleswig-Holstein,
Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern inhaftiert. Abschiebehaft ist keine Strafhaft, d.h. die Gefangenen sind nicht wegen Straftaten inhaftiert. Die Haft dient den Behörden dazu Abschiebungen sicherzustellen. Abschiebehaft ist Ausdruck eines völlig entgrenztem institutionellem Rassismus. Seit der Inbetriebnahme des Knastes wurden weit mehr als 1000 Menschen in Glückstadt eingesperrt. In den meisten Fällen folgte auf die Haft die Abschiebung – und damit oft ein Leben in Krieg, Armut und Verfolgung.
Im Abschiebeknast sind die Gefangenen Stacheldraht, einer sechs Meter hohen Mauer,Schließzeiten,vergitterten Höfen und permanenter Kontrolle ausgeliefert. Die Landesregierung Schleswig-Holsteins nennt das zynisch „Wohnen minus Freiheit“. Für die Inhaftierten bedeutet Abschiebehaft den vollständigen Entzug ihrer Freiheit – mit Folgen wie Isolation, Angst und permanenter Unsicherheit.
Regelmäßig berichten Gefangene von katastrophalen Haftbedingungen, unzureichender medizinischer Versorgung und enormem psychischen Druck aufgrund der drohenden Abschiebung. Wer unbequem ist oder protestiert, wird in eine Isolationszelle gesteckt. Immer wieder kommt es aus Verzweiflung oder Protest zu Hungerstreiks, Selbstverletzungen und Suizidversuchen. Die brutale Realität in Glückstadt ist kein Einzelfall, sondern Teil eines erbarmungslos agierenden europäischen Grenzregimes. Mit der Umsetzung der GEAS- Reform werden Abschottung, Internierung und beschleunigte Abschiebungen immer weiter ausgebaut. Der Abschiebeknast ist ein Instrument der Kriminalisierung von Flucht. Wir stellen uns gegen eine Politik, die Mauern baut, Menschen entrechtet und Bewegungsfreiheit von Pässen und Geburtsorten abhängig macht. Freiheit kann es nur geben, wenn sie für alle gilt!
Wir stehen an der Seite aller Inhaftierten und tragen ihren Widerstand nach draußen. Jeder Hungerstreik, jeder Protest und jeder Ausbruchsversuch zeigt: Die Menschen im Knast akzeptieren ihre Gefangenschaft nicht. Solange dieses Gefängnis existiert, kämpfen wir für die Freiheit aller Inhaftierten. Kommt zur überregionalen Demonstration gegen den Abschiebeknast am 7. Juni 2026. Reißen wir die Mauern der Isolation nieder und zeigen wir den Gefangenen: Ihr seid nicht allein.
FREIHEIT FÜR ALLE INHAFTIERTEN! ALLE ABSCHIEBEKNÄSTE ABREISSEN!
