„Flucht ist kein Verbrechen“ Kurzfilmwanderung im Rahmen des Glückstädter KulturMärz in Kooperation mit der Besuchsgruppe für Menschen in Abschiebehaft in Glückstadt. https://awallisascreen.com/termine/
31.12.2025 16:00 Uhr vor dem Abschiebegefängnis Glückstadt am Neuendeich 50
Solidarität mit den Inhaftierten in Glückstadt! Seit vier Jahren werden im Glückstädter Abschiebeknast Menschen eingesperrt. Die norddeutschen Landesregierungen aus HH, MV und SH nehmen ihr Leid bewusst in Kauf. Abschiebehaft bedeutet: • enormer psychischer Druck, Angst und Verzweiflung – oft mit Selbstverletzungen und lebensbedrohlichen Situationen • Familien und Care-Netzwerke werden brutal getrennt • Menschen verlieren jede Entscheidungsfreiheit über ihr eigenes Leben; ihre Kommunikationsmöglichkeiten sind eingeschränkt, Smartphones sind verboten • Gefangene berichten von Gewalt und Beleidigungen durch Mitarbeitende – wer sich widersetzt, landet in Einzelhaft Trotz dieser unmenschlichen Bedingungen haben Inhaftierte Menschen ihre Stimmen erhoben und gezeigt, was sonst verborgen bleiben soll. Ihr Mut macht deutlich: Abschiebehaft ist brutal, rassistisch und menschenverachtend! Auch dieses Jahr haben wir einen breiten Protest auf die Beine gestellt: 🎶 Musikerinnen wie @rotzfreche_asphaltkultur unterstützten mit einem Solikonzert 📞 Die Stimmen der Inhaftierten waren per Telefon auf der Demo hörbar 🎤 Ehemalige Gefangene hielten eindrückliche Redebeiträge 🧱 Wir stürzten symbolisch eine Mauer auf der Straße um ⚓ Selbst der Chanty Chor der Elbfischer*innen sangen gegen diese Gefängnismauern an Und auch dieses Jahr sagen wir: Wir kommen wieder – denn niemand darf vergessen werden, weder hinter Mauern noch Stacheldraht!
🔥 Silvesterkundgebung vor dem Abschiebeknast Glückstadt 31.12.2025 16:00 Uhr Vor dem Abschiebegefängnis Glückstadt am Neuendeich 50 Kommt mit uns auf die Straße – für die Freiheit der Inhaftierten Menschen und gegen ein System, das Menschen entrechtet. Freiheit für alle Abschiebe-Gefangenen! Gegen jede Abschiebung und jedes Abschiebegefängnis! Flucht ist kein Verbrechen!
Zwei Menschen auf der Suche nach einer Unterkunft. In der fremden Umgebung schlagen ihnen Misstrauen und Ablehnung entgegen. Die einzige Person, die helfen will, kann ihnen nur einen Stall anbieten.
Die Geschichte um Maria und Josef ist heute aktueller denn je. Im 3. Jahrtausend nach Christus endet sie aber nicht mit Engels-Chören und Geschenken: Kurze Zeit nach der Geburt des Jesuskindes müssen Maria und Josef, so wie in der biblischen Geschichte, die Flucht mit dem Neugeborenen fortsetzen. In unserem Krippenspiel werden sie beim Grenzübertritt nach Deutschland verhaftet. Wir zeigen das Verhör durch zwei Polizist*innen, die Abschiebehaft medienwirksam als „Wohnen minus Freiheit“ bezeichnen – wohl ohne das Abschiebegefängnis jemals von innen gesehen zu haben. Polizist*innen, die rassistische Vorurteile wiedergeben und sie gewaltvoll ausleben, ohne sie als menschenfeindlich, nicht einmal als problematisch zu verstehen.
Anschließend erleben wir den letzten Akt des Terrors in der heutigen Normalität einer „Zurückführung“: Asyl hat nur Jesus bekommen, weil nur er als verfolgt gilt. Maria darf als Verwandte ersten Grades bei ihm bleiben. Josef soll abgeschoben werden. Einem gerichtlich angeordneten Vaterschaftstest zufolge ist er nicht der Vater des Jesuskindes, seine Ehe mit Maria wird nicht anerkannt. Im Flugzeug, ein ganz gewöhnlicher Linienflug soll es werden, erzählt Josef einer reisenden Person von der Situation im Abschiebeknast. Wieder relativiert und verharmlost seine polizeiliche Bewachung das Geschehene. Das Publikum steht vor einer Entscheidung: Aufstehen für Widerstand und die Abschiebung von Josef verhindern? Oder weiter Augen und Ohren verschließen und den Flieger starten lassen, um den geplanten Urlaub zu genießen?
Im Krippenspiel gegen Abschiebehaft geht es um die Ausübung staatlicher Gewalt, wie sie in Deutschland alltäglich ist. Es zeigt dabei eine erschreckende Kontinuität auf, die seit viel mehr als zweitausend Jahren Weltgeschichte andauert und eine Inhaltswarnung notwendig macht. So wird in unserem Stück auch von Herodes und dem Kindermord von Bethlehem erzählt.
Wir erleben eine Familie, die Schutz und Sicherheit sucht, um dann ohne Vorwarnung, ohne Anlass verhaftet und in Isolation und Verzweiflung gedrängt zu werden. Und was genau haben Stella, Ägypten und 10 Gerechte damit zu tun? Eine Kleinstadt an der schleswig-holsteinischen Elbe, in der Matjesfeste gefeiert und nur wenige Meter davon entfernt Menschen ihrer Freiheit beraubt werden?
Freiheit muss ein Menschenrecht bleiben; ein Recht, das für jeden einzelnen Menschen gilt.
Als ein Zeichen der Solidarität stellen wir den Text des Krippenspiels gegen Abschiebehaft zur Verfügung und teilen ihn mit dir, mit euch, mit allen Interessierten. Erzählt uns gerne, wenn ihr das Stück auch in eurer Stadt, eurem Dorf, eurer Gemeinde aufführen möchtet. Vielleicht passt ihr den Text an euren Ort und „euer“ Abschiebegefängnis an? Lasst uns unsere Krippengeschichten miteinander teilen; denn wir werden nicht schweigen – wir werden da sein, bis das Gefängnis schließt.
Hier gibt es das Skript zum Krippenspiel! Wir freuen uns, wenn unsere Idee andernorts übernommen, weiterverfolgt und weiterentwickelt wird. Schreibt uns gern eine Nachricht an: krippenspiel@systemli.org
Das letztes Jahr schon am Weihnachtsmarkt in Glückstadt aufgeführte weihnachtliche Theaterstück wird auch in diesem Jahr wieder aufgeführt – dieses mal in Kirchengemeinden. Folgend die Ankündigung der Schauspieler*innen:
Folgend die Ankündigung der Schauspieler*innen:
Liebe Gemeindemitglieder, liebe Interessierte!
Auch in diesem Jahr wollen wir wieder unser Krippenspiel zum Thema Flucht und Migration aufführen. Vergangenes Jahr wurde dieses Stück am Rande des Weihnachtsmarktes vor der Kirche in Glückstadt uraufgeführt, unweit des erst vor wenigen Jahren eröffneten Abschiebegefängnisses.
Im Stück erwartet Sie und euch eine aktuelle Aufbereitung der klassischen Geschichte von der Geburt des Jesuskindes in Bethlehem sowie einige thematisch angepasste Weihnachtslieder, die wir gemeinsam mit Ihnen und euch, begleitet durch Instrumente, singen wollen. Im Anschluss wird es noch die Möglichkeit geben, sich über das Abschiebegefängnis in Glückstadt zu informieren, auszutauschen und ungezwungen ins Gespräch oder in eine Diskussion zu kommen.
Kommen Sie und kommt ihr also gerne zu den Terminen in die betreffenden Gemeinden!
* 01.12.2027 um 11:00 Uhr in die Kirchengemeinde in Suchsdorf
* 07.12.2024 um 16:00 Uhr in die Kirchengemeinde St. Johannes zu Toestrup (Toestrup 3, 24407 Oersberg)
* 22.12.2024 um 10:00 Uhr in die Gemeinde St. Michaelis (Wulfsbrook 29, 24113 Kiel Hassee).
Am 09.10.2024 tagt der Innen- und Rechtsausschuss des Landtags Schleswig-Holstein unter anderem zur Abschiebehafteinrichtung Glückstadt und zum Bericht des Landesbeirats. Es handelt sich um den ersten Bericht des Gremiums seit der Inbetriebnahme des Gefängnisses im August 2021. Der ehrenamtlich besetzte Beirat soll gemäß dem Abschiebehaftvollzugsgesetz (§22) die „Interessen der Untergebrachten“ vertreten.
Laut dem Bericht wurde – entgegen den Aussagen der Landesregierung Schleswig-Holstein – bereits ein Minderjähriger in Glückstadt inhaftiert. Der Landesbeirat stellt fest, dass eine genaue Aussage über die Anzahl, Herkunft und das Alter der Inhaftierten aufgrund unzureichender Statistiken nicht möglich ist. Dennoch zeigt sich, dass die Auslastung des Gefängnisses im Laufe des Betriebs massiv gestiegen ist, während die Fluktuation unter den Mitarbeitenden zunimmt.
Auch die ehrenamtliche Besuchsgruppe für Menschen in Abschiebehaft Glückstadt berichtet, dass viele der vom Beirat thematisierten Missstände durch ihre Gespräche mit den Gefangenen bereits seit längerer Zeit bekannt sind. In diesem Zusammenhang kritisiert die Gruppe, dass ihnen mehrfach das Besuchsrecht wegen „Personalmangels“ verweigert wurde.
„Die medizinische und psychosoziale Versorgung ist völlig unzureichend!“, kritisiert Ela Hazem von der Kampagne „Kein Abschiebegefängnis in Glückstadt und anderswo!“. „Die Sozialberatung war monatelang unbesetzt, und es gibt keine Seelsorge für die verschiedenen Religionsgruppen.“ Seit der Inbetriebnahme kam es zu mehreren Hungerstreiks und Suizidversuchen unter den Inhaftierten. „Die Inhaftierten befinden sich in einer psychischen Ausnahmesituation. Erst vor wenigen Tagen verletzte sich ein Inhaftierter aus Verzweiflung mit kochendem Wasser. Nach seiner Behandlung im Krankenhaus kam er in die Isolationszelle des Gefängnisses – ein Raum ohne Fenster, mit eingebauter Toilette und 24/7 Kameraüberwachung. Die Gefangenen müssen sich nackt ausziehen und werden bei Widerstand auf dem Boden fixiert“, so Ela Hazem weiter. „Das Gefängnis ist eine Black Box. Die Geschichten und die Situation der Inhaftierten bleiben hinter den Mauern verborgen. Ein Bericht, der nur alle paar Jahre erscheint, ist nicht ausreichend!“, erklärt Hazem. „Mit ‚Wohnen minus Freiheit‘ hat das nichts zu tun. Dieses Gefängnis ist menschenunwürdig und muss sofort geschlossen werden!“
Die Kampagne „Kein Abschiebegefängnis in Glückstadt und anderswo!“ ist ein Zusammenschluss antirassistischer Gruppen aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, die seit Bekanntgabe der Pläne zur Errichtung eines Abschiebegefängnisses in Glückstadt durch politische Öffentlichkeitsarbeit Druck auf die Landesregierung ausüben, das Gefängnis wieder zu schließen.
Kontakt: glueckstadt-ohne-abschiebehaft@riseup.net
Die „Besuchsgruppe für Menschen in Abschiebehaft Glückstadt“ ist eine eigenständige, ehrenamtliche Gruppe von Menschen aus Glückstadt und Umgebung, die Inhaftierte besuchen und sich um deren persönliche Anliegen kümmern.
Kontakt: besuchsgruppe25348@riseup.net
Seit Montag (02.06.24) befindet sich Orhan, 38 Jahre alt, aus Protest gegen seine drohende Abschiebung in die Türkei im Hungerstreik. Protestiert gegen seine Abschiebung und schreibt eine Mail an das Justizministerium SH!